Die verschiedenen Kunstzweige blicken in Debrecen und seiner Umgebung auf eine reiche Vergangenheit zurück. Zwischen den Mauern des reformierten Kollegiums konnten nicht nur die Wissenschaften, sondern auch die Künste entwickeln. Die Schöpfungen der Kupferstecher-Studenten, die örtliche Druckerei, Buchbinderei, die künstliche Produkte der Handwerker machten die Stadt während der vergangenen Jahrhunderten weit bekannt und berühmt.
Im zwanzigsten Jahrhundert knüpften sich an die Stadt solche Künstler, wie die Maler László Holló, László Félegyházi, Imre Égerházi, Árpád Bényi und der Bildhauer Ferenc Medgyessy. Die Werke von László Holló und Ferenc Medgyessy können die Interessenten in selbständigen Ausstellungsorten besichtigen, und aus den Schöpfungen der Kunst des zwanzigsten Jahrhundertes, beziehungsweise der Repräsentanten der zeitgenössischen ungarischen Kunst zeiget die Modem-Galerie ein Auswahl aus dem im Antall-Lusztig Sammlung zur Verfügung stehendem Material.
Die Künstler des Komitates sind sowohl in den lokalen, als auch in den nationalen und internationalen Gemäldeausstellungen außerordentlich erfolgreich. Die Bedingungen zur gemeinsamen Vorstellung der Amateur- und Profibildkünstlern werden durch die Herbstausstellung mit hohem Rang gesichert.
Die Arbeit der Bildkünstler wird durch die Künstlerkolonien, Schöpferlager bedeutend gefördert, von ihnen sind die Hajdúságer Internationaler Künstlerkolonie von Hajdúböszörmény und der schon auf eine Vergangenheit von zwei Jahrzehnten zurückblickende Hortobágyer Schöpferlager die bedeutendsten. Durch die äußeren Verbindungen des Komitates und der Stadt können sich die Künstler des Komitates auch in die Arbeit der ausländischen Künstlerkolonien, Schöpferlager einschalten.
Man kann das traditionsreiche literarische Leben von Debrecen nicht ohne Erwähnung lassen. Die Stadt von Mihály Fazekas, Mihály Csokonai Vitéz, Árpád Tóth, Sándor Tar hat ein eigenes Literaturmuseum. Sein zeitgenössisches literarisches Leben wird durch die Zeitschrift „Alföld“ (Tiefebene), und durch die jährlich veranstalteten Debrecener Literarischen Tage gekennzeichnet. Unter anderen leben und schöpfen auch heute in der Stadt die Dichter Géza Aczél, Szilárd Borbély und die Schriftsteller Péter Bálint, Miklós Tóth-Máthé.
In der Musikkultur passierte die erste wichtige Änderung, als György Gulyás zum Direktor der Fachschule für Musikkunst ernannt wurde. Der Popularisator der modernen ungarischen und ausländischen Musik, der würdige Betreuer der Musikpädagogik und der Werke von Zoltán Kodály hat mit der Gründung des Debrecener Kodály Chors das Unvergänglichste geschaffen. Zu den Debrecener Weltturnierchören schaltete sich auch der von Lajos Czövek geführte Maróthi-Chor. Mit der Leitung von Vilmos Rubányi öffnete sich eine neue Phase im Leben der Debrecener Philharmoniker und der Operettentruppe des Csokonai-Theaters. Die Vielfältigkeit des Musiklebens werden auch durch international gekennzeichneten Ereignisse gesichert: in geradzahligen Jahren gibt die Stadt dem Béla Bartók Chorwettbewerb Zuhause, in ungeradzahligen Jahren wartet sie die Militärkapellen aus aller Welt.
Die Debrecener Jugend hat von jeher zur Popularisierung der Welt der ungarischen Unterhaltungsmusik beigetragen. Zahlreiche Gruppen machten sich von hier auf den Weg, um das Publikum zu erobern.
Ein hervorgehobener Bereich des Kultur- und Kunstleben vom Komitat Hajdú-Bihar ist das Theaterleben, das sich eigentlich auf Debrecen konzentriert.
Der Reichtum des Theaterlebens von Debrecen ist unvergleichbar mit dem der ungarischen Provinzstädte.
Außer den beiden Theater, dem Csokonai Theater und dem Vojtina Puppentheater tragen zahlreiche Amateur- und Alternativtheater zur Vielfältigkeit des Theaterlebens der Stadt.
Das auf eine etwa anderthalb Jahrhundert zurückblickende Csokonai Theater ist die zentrale Werkstadt des Debrecener Schauspiels. Das außerordentlich reiche Repertoire des mit Drama-, Tanz- und Operettentruppe arbeitenden, sogar über drei Bühnen verfügenden Theaters bietet für alle Altersklassen anspruchsvolle Aufführungen. Klassische Opern, populäre Operetten, Musicals, berühmte Theaterstücke der Weltliteratur sind auf dem Programm ebenso zu finden, wie die Dramen der zeitgenössischen ungarischen Literatur. Das Theater wurde im Jahr 2006 umgestaltet, zu den Zwecken der gegenwärtigen Führung des Theaters ist die Forschung der eigenartigen, aber universalen „ungarischen Theatersprache” zu zählen, was ein zusammengesetzter Prozess ist, zahlreichen Sphären der Kultur berührt, und in dem das Csokonai Theater als Institut, beziehungsweise die gestaltende Debrecener Theaterregion eine fortschrittliche und integrierende Rolle im Landesmaßstab erfüllt.
Eine der größten Investitionen von Debrecen ist das bald zu übergebende Gebäudeensemble Debrecen Forum, in dem das neue, mit moderner Bühnentechnik ausgestattete, geräumige Theater der Stadt Zuhause bekommt.
In der Stadt ist eins der niveauvollsten Puppentheater von Mittel-Europa, das Vojtina zu finden, das nicht nur mit Theaterproduktionen, sondern auch mit thematischen Spielhäusern und Ausstellungen das Publikum erwartet. Das Vojtina Puppentheater geht auch heute auf dem Weg, auf den es sich im Jahr 1975 noch als eine Truppe machte. Sein Programmplan wird auch im Weiteren auf die Volksmärchen und auf die Werke der ungarischen Klassiker gebaut, aber es wird auch aus den Schöpfungen der großen Märchenschreiber gewählt. Außer den Kinderaufführungen mir großer Erfolg werden auch Stücke für Erwachsenen auf das Programm gesetzt. Auch ihr Spielhausprogramm, bedingt durch Jahreskreis, beläuft diesen Geisteswelt, mit hautnahem Erleben der Volksmärchen, Schöpfungen der Volksdichtung, der Festbildung durch Freude an Zusammenspielen.
Andere Theater- und Gemeinschaftsmotivationen haben die schon seit fast drei Jahrzehnten arbeitende Alföld Bühne, eine der bestimmenden Schöpferwerkstädte des Debrecener Theaterlebens veranlasst. Die Truppe wurde im Jahr 1971 von György Thuróczy gegründet, der große Theatererfahrungen hat, und der jahrelang der Leiter der Bühne war. Sein Nachfolger war László Porcsin, und ab dem Jahr 2005 hat Csaba Sóvágó die Führung übernommen. Die in den vergangenen dreißig Jahren aufgeführten Stücke weisen auf ein sehr vielfältiges und vielseitiges Profil hin. Von den folkloristischen Programmen bis zu den absurden Dramen, von den antiken Klassikern bis zu den zeitgenössischen Werken, von der Aufführung des geschriebenen Werks bis zur Bühnenformulierung des konstruierten Spiels, und die Produktionen, die ein wechselhaftes Bild zeigen, könnten noch weiter gruppiert werden. Die Mitglieder der Truppe bilden eine enge Gemeinschaft, wo das Zusammensein mindestens so wichtig ist, wie ihre fachliche Entwicklung.